|
Das Konzept der Globalen Öffentlichen Güter (Global Public Goods - GPGs)
hat sich innerhalb weniger Jahre zu einem neuen Referenzrahmen für die
Auseinandersetzung über globale Umwelt- und Entwicklungspolitik entwickelt.
Auslöser war das von den UNDP-MitarbeiterInnen Inge Kaul, Isabelle Grunberg
und Marc A. Stern 1999 herausgegebene Buch "Global Public Goods. International
Cooperation in the 21st Century". Globale Öffentliche Güter sind nach
ihrer Definition solche Güter, deren Nutzen über Landesgrenzen und Regionen,
Bevölkerungsgruppen und Generationen hinaus reicht. Unter diese breite
Definition fallen die klassischen öffentlichen Güter Frieden und Sicherheit
ebenso wie eine intakte Umwelt, Gesundheit, das kulturelle Erbe, aber
auch finanzielle Stabilität, Wissen und Information und selbst Fairneß
und Gerechtigkeit.
Die Auseinandersetzung über GPGs hat im Zuge der Vorbereitungen auf
die UN-Konferenz über Entwicklungsfinanzierung im März 2002 in Monterrey
und auf den Rio+10-Gipfel im Sommer 2002 in Johannesburg an politischer
Dynamik gewonnen. Frankreich und Schweden kündigten in Monterrey die Gründung
einer internationalen Task Force an, die sich mit dem Konzept und der
Finanzierung von GPGs befassen soll. Weitere Impulse für die Debatte sind
von einem neuen UNDP-Buch zum Thema "Developing Countries and Global Public
Goods" zu erwarten, dass von Inge Kaul im Sommer 2002 herausgegeben wird.
In Deutschland steht die Auseinandersetzung über das Konzept und die
Finanzierung von GPGs noch in den Anfängen. Unser Workshop soll dazu beitragen,
dies zu ändern. Er soll den Diskurs über dieses Thema fördern, aber auch
konkrete politische Handlungsempfehlungen für die zukünftige Finanzierung
von GPGs auf nationaler und internationaler Ebene erörtern. Wichtige Impulse
sind jüngst von dem Sondergutachten des Wissenschaftlichen Beirats Globale
Umweltveränderungen (WBGU) mit dem Titel "Entgelte für die Nutzung
globaler Gemeinschaftsgüter" ausgegangen. Sie sollen bei dem Workshop
aufgegriffen werden.
Einige Fragen, die bei dem Workshop diskutiert werden sollen: Was sind
GPGs? Worin liegen die Unterschiede zwischen dem traditionellen Konzept
öffentlicher Güter und der Neudefinition von UNDP? Kann das GPG-Konzept
als öffentlichkeitswirksame Legitimationsgrundlage für eine dauerhafte
Erhöhung staatlicher Mittel für internationale Umwelt- und Entwicklungsbelange
dienen? Welche Finanzierungsformen existieren derzeit? Welche "innovativen
Finanzinstrumente" werden gegenwärtig diskutiert und sind politisch erfolgversprechend?
Welche Initiativen können von der internationalen Task Force zu GPGs ausgehen?
Welche politischen Schlussfolgerungen ergeben sich daraus für den Rio+10-Gipfel?
Wir erwarten als TeilnehmerInnen des Workshops ca. 30-40 Fachleute aus
Wissenschaft (u.a. WBGU), Politik (Bundestag, BMU, BMZ) und Zivilgesellschaft.
Am Vorabend unseres Workshops veranstalten KfW und VENRO in Absprache
mit uns eine öffentliche Diskussionsveranstaltung zum gleichen Thema,
zu der alle WorkshopteilnehmerInnen eingeladen sind.
Jens Martens (WEED), Ingrid Spiller (Heinrich-Böll-Stiftung)
Das detaillierte Programm und ein Anmeldeformular können
Sie hier jeweils im WORD-Format herunterladen:
|